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SENS

Von uns, für Sie

Unsere Kunden und Partner sind der wichtigste Bestandteil unseres Systems, ja unserer täglichen Arbeit. Hier geht es darum, einen Einblick in die Strukturen, Höhepunkte und Ziele von SENS eRecycling zu geben. Sozusagen ein Schulterblick über das letzte Jahr – von uns, für Sie!

Vorwort Präsident

Andreas Röthlisberger, Präsident Stiftung SENS

Fit für die Zukunft

Es erfüllt mich doch mit etwas Stolz, auf ein Vierteljahrhundert SENS zurückblicken zu dürfen! Denn «Natürlich nachhaltig» garantiert SENS seit 25 Jahren. Was dies in Zahlen bedeutet, ist überraschend und schlicht überwältigend. Sieben Golden Gate Bridges und 100 A380-Airbusse könnten allein mit den wichtigsten Fraktionen Eisen, Stahl und Aluminium aus dem Rohstoffrecycling der letzten 25 Jahre gebaut werden. Aber das Entscheidende und auch für die Zukunft Wesentliche: Mehr als 90 Prozent unserer Umweltleistungen liegen in der konsequenten Schadstoffentfrachtung, die im SENS-System durch unsere Recyclingpartner und dank einer effizienten Kontrolle durch unsere Technische Kommission (TK) erreicht wurde! Staunen Sie selbst über unsere Ökobilanz!

Diese erfreulichen Ergebnisse sind jedoch für uns kein Grund, die Füsse hochzulegen und uns auszuruhen. Das stete Bemühen zur Verbesserung des Rücknahmesystems sowie das Ungleichgewicht zwischen Einnahmen und steigenden Entsorgungskosten haben uns bewogen, das Projekt «SENS 2.0» zu entwickeln. Das Ziel dieses Systemupdates ist es, (noch) mehr Transparenz zu schaffen, die Kosten zu optimieren sowie unser Rücknahmesystem für die Zukunft fit zu machen. Mit unseren Partnern aus Sammlung, Logistik und Recycling arbeiten wir intensiv auf die Umsetzung von «SENS 2.0» per Anfang 2017 hin.

Politisch gesehen überraschte uns das Jahr 2015 mit der einen oder anderen intensiven Diskussion und unerwarteten Entscheidung. So wurde nach Jahren intensiver Arbeit die Revision der Verordnung über die Rückgabe, die Rücknahme und die Entsorgung elektrischer und elektronischer Geräte (VREG) und die damit geplante Unterstützung zur Einbindung aller Marktteilnehmer bei der Finanzierung unerwartet vertagt. Für die SENS hat dies zur Folge, dass das Ungleichgewicht der Einnahmen gegenüber den steigenden Entsorgungskosten nach wie vor eine Tatsache ist und wir im laufenden Jahr intensiv an Lösungen arbeiten, um dem entgegenzuwirken.

 «Gemeinsam vorwärts» ist ein bedeutendes Themenfeld in unserem Geschäftsbericht, aber auch ein Versprechen, an dem wir arbeiten – mit voller Kraft.

Ihr Andreas Röthlisberger

Andreas Röthlisberger

Präsident Stiftung SENS

VORWORT GESCHÄFTSFÜHRERIN

Heidi Luck, Geschäftsführerin Stiftung SENS

Hohe Temperaturen und hitzige Diskussionen

Erinnern Sie sich? Was haben wir geschwitzt im Sommer 2015! Auch an SENS ging dieser nicht spurlos vorüber – hier mein kurzer, teils meteorologisch gefärbter Rückblick auf das Jahr 2015.

Der heisse Sommer 2015 bescherte uns nicht nur Rekordtemperaturen, sondern teilweise auch Rekordzahlen. Im Bereich der Kühl- und Klimageräte zum Beispiel sorgten die hohen Temperaturen für eine markante Zunahme bei den deklarierten Neugeräten. Der gesteigerte Verkauf wirkt sich dementsprechend auf die Gesamtmenge aus, welche im SENS-System recycelt wurde.

Hitzige Diskussionen prägten im Jahr 2015 unsere Zusammenarbeit mit den Recyclern. Der rasante Abwärtstrend der Rohstoffpreise geht nicht spurlos an unserer Branche vorbei, und hier sind wir alle aufgefordert, an neuen Lösungsansätzen für das bestehende SENS-Rücknahmesystem zu arbeiten – wie im Projekt «SENS 2.0».

Passend zu den hohen Temperaturen haben wir auch unseren Geschäftsbericht neu eingekleidet – leicht, interaktiv und papierlos. Mit den fünf wiederkehrenden Themenfeldern «SENS – Von uns, für Sie», «ZUKUNFT – Gemeinsam vorwärts», «UMWELT – Natürlich nachhaltig», «INNOVATION – Trends & Technik», «GESCHÄFTSJAHR 2015 – Zahlen, Zahlen, Zahlen» möchten wir Sie von nun an über unsere Geschäftsjahre informieren.

Sie sehen es also selbst – 2015 war geprägt von Hoch-, aber auch dem einen oder anderen Tiefdruckgebiet.

Zusammenfassend kann ich aber sagen: Dank eines guten Teams und unserer unterstützenden Partner haben wir viel erreicht und noch viel mehr geplant. Überzeugen Sie sich selbst! Viel Freude mit unserem Geschäftsbericht,

Ihre Heidi Luck

Heidi Luck

Geschäftsführerin Stiftung SENS

25 Jahre SENS

Blick zurück und volle Kraft voraus

25 Jahre SENS – die (fast schon) runde Jubiläumszahl nehmen wir zum Anlass, um einen Moment innezuhalten, zufrieden zurückzublicken und ambitionierte Visionen und Pläne für die nächsten Jahre zu schmieden.

Am 17. September 2015 durften wir im Glassaal des Kongresszentrums Trafo in Baden mit vielen von Ihnen das 25-jährige Bestehen der SENS feiern. Wie sah die politische Landschaft in der Schweiz in diesen Gründungsjahren aus? Und wo stehen wir heute?

Bereits mit dem einfachen, aber letztlich visionären Abfallleitbild von 1986 («Vermeiden, vermindern, verwerten, verbrennen, deponieren») hat die Schweiz Pionierarbeit geleistet. Es folgten ab 1990 die ersten Schritte im fachgerechten Recycling der Elektro- und Elektronikgeräte – ein Jahr später entwickelte SENS dann in Zusammenarbeit mit dem Fachverband Elektroapparate für Haushalt und Gewerbe Schweiz (FEA) das Konzept für das fachgerechte Recycling von Kühlgeräten. Weitere Meilensteine folgten 2003 – auf der Grundlage des SENS-OnlineSystems und mit der Einführung der vorgezogenen Recyclinggebühr (vRG) startete das SENS-Gesamtentsorgungssystem mit 65 Mitgliedern des FEA sowie den Grossverteilern Carrefour, Conforama, Coop, Fust, Interdiscount, Jumbo und Migros. Die Privatwirtschaft ihrerseits ergriff die Initiative zur Einführung des Prinzips der Herstellerverantwortung, wonach die Hersteller und Importeure sowie der Handel die Verantwortung für die von ihnen in den Markt abgesetzten Produkte wahrnehmen, bis diese ihr «End of Life» erreicht haben. Die SENS hat bei dieser Einführung mit Überzeugungskraft und guten Argumenten eine wesentliche Rolle gespielt. Ludwig Hasler, Philosoph und Publizist, packte uns alle mit seiner spannenden Zeitreise durch die Geschichte von SENS.

Bei einem Jubiläum darf aber natürlich auch das Gesellschaftliche und Kulinarische nicht zu kurz kommen. Bei Speis und Trank wurde genossen, geplaudert und viel gelacht. Stefan Heuss unterhielt mit seinen einfallsreichen Erfindungen zum Thema «Wiederverwenden von ausgedienten Materialien» – sozusagen «Upcycling» auf höchstem Niveau!

Natürlich möchten wir die Gelegenheit nicht auslassen, uns bei allen zu bedanken, die sich die Zeit genommen haben, um diesen besonderen Event mit uns zu feiern. Motiviert und ambitioniert packen wir die nächsten 25 Jahre an. Unsere Vision hierfür ist klar: Wir führen die Schweiz gemeinsam mit Ihnen in eine nachhaltige Zukunft im Elektro- und Elektronikaltgeräterecycling. Aber mehr dazu in unserer Strategie – lesen Sie selbst!

Kunden und Partner

Alte Hasen in neuer Mission

Das Wort «Reorganisation» löst nicht nur positive Assoziationen aus. Eine graue Beratereminenz, die missmutig durch die Gänge schleicht und radikal Stellen streicht – ein filmreifes Bild. Eine Szene, wie wir sie bei SENS aber zum Glück nicht kennen. Wir haben uns als Team zusammengesetzt und es neu aufgestellt, um die Organisation optimal auf den Kundennutzen auszurichten. Bei unserer Reorganisation sind es alte SENS-Hasen, die in unserer neuen Abteilung «Kunden und Partner» in gestärkter Mission für Sie unterwegs sind.

Hand in Hand mit der überarbeiteten «Strategie 2020» geht die neue Zuteilung der Verantwortlichkeiten bei SENS voran. So werden zum Beispiel die Abteilungen «Customer Care & Operations» zu «Kunden und Partner». Wie es die Bezeichnung schon sagt, liegt der Fokus dieser Teams auf dem Kundennutzen. Susan Morrone, Nadia Epp und Peter Schürch sind allesamt langjährige Mitarbeitende der SENS, die täglich nach innovativen, flexiblen Lösungen für unsere Kunden suchen. Was ihnen in ihrer neuen Funktion wichtig ist, erzählen sie in einem Gespräch gerne persönlich.

Die konstruktive Zusammenarbeit zwischen dem Stiftungsrat, der vRG-Kommission und der Geschäftsstelle wird stetig intensiviert und optimiert. So kann die Qualität des Rücknahmesystems gewährleistet werden.

> Stifter, Stiftungsrat, vRG-Kommission, PDF

Die Bereitschaft unserer Partner, ihre ökologische Verantwortung wahrzunehmen, ist die Basis unseres täglichen Engagements. Gemeinsam tragen wir dazu bei, die Kreisläufe zu schliessen.

> Unsere Kunden und Partner im Fokus, PDF

Interview

Was ist euch bei eurer Arbeit hier wichtig?

Susan: «Bei SENS darf ich mitdenken, mitorganisieren und meinen Verantwortungsbereich so gestalten, wie es für unsere Partner am besten ist. Da ich täglich in Kontakt mit unseren Ansprechpartnern bin, bekomme ich viel mit, kann die angesprochenen Probleme ernst nehmen und direkt in unsere Abläufe und Prozesse einfliessen lassen.»

Peter: «Mir ist wichtig, mit den Konsumenten und den Partnern zusammen höchstmögliche Sammelergebnisse von ausgedienten Elektrogeräten zu erzielen, damit diese dann mit optimaler Logistik der umweltkonformen und fachgerechten Verwertung zugeführt werden können.»

Nadia: «Der Dialog mit unseren Kunden und Partnern! Die Ausrichtung auf unsere Kunden und Partner ist der Kern. Dies ist unsere Philosophie, und die leben wir hier auch. Wir haben längere Zeit über die Bezeichnung der neuen Abteilung diskutiert und schliesslich eine ganz einfache, aber zutreffende Bezeichnung gefunden. Es ist mir wichtig, dass ich die Probleme und Anliegen in der Zusammenarbeit ernst nehmen kann und helfen kann, eine Lösung zu finden.»

Wozu braucht es diesen Dialog mit den Kunden?

Susan: «Wir sind uns bewusst, dass unser System komplex ist. Gerade beim rücknahmepflichtigen Handel, der die Abholungen durch uns machen lässt, tauchen oft Fragen zur Art der Sammlung, zur Lagerkapazität oder zum Meldebeitrag auf. Wir sind froh um diese Fragen und können so auch immer Hand zur Lösung bieten. Wir kommunizieren auf Augenhöhe mit unseren Ansprechpartnern, und der Dialog hilft uns, unser Angebot noch kundenfreundlicher zu machen.»

Nadia, du bist zusätzlich für die Akquisition verantwortlich. Warum müssen zusätzliche Partner akquiriert werden?

Nadia: «Leider gibt es immer noch viele Hersteller und Importeure, die sich unserem System nicht oder noch nicht angeschlossen haben und auch keine vRG auf ihren Geräten erheben. Dadurch entgehen uns jedes Jahr gemäss einer Schätzung zwischen einer und zwei Millionen Franken vRG-Einnahmen. Gleichzeitig werden aber die Ausgaben fürs Recycling immer höher, nicht zuletzt auch deshalb, weil nicht finanzierte Geräte in unseren Rücknahmekanal gelangen. Ein Anschluss an unser System bedeutet für unsere Partner keine Kosten, sondern viele Vorteile – davon versuche ich sie zu überzeugen.»

Warum soll sich ein Hersteller oder Importeur bei SENS anschliessen?

Peter: «Durch die optimalen Leistungen im SENS-Rücknahmesystem wird die Umwelt geschützt, und die Ressourcen werden geschont. Dabei helfen die standardisierten Abwicklungsprozesse für Informations-, Material- und Finanzflüsse, die hohen Qualitätsansprüche zu erfüllen.»

Susan: «Wir können unseren Partnern zudem ein grosses Mass an Flexibilität und massgeschneiderten Lösungen wie zum Beispiel Gratisabholungen oder Zusammenarbeit mit einem Recycler aus der Nähe bieten. Und nicht zuletzt hat die Teilnahme an unserem System auch einen positiven Imageeffekt: Unsere Partner sind namentlich auf unserer Website erwähnt, und wir machen Käufer und Kunden auch gerne auf diese Systempartner aufmerksam.»

Zum Schluss: Die Abteilung «Kunden und Partner» ist in drei Worten?

Alle: «Kundenfreundlich, lösungsorientiert, kompetent.»

Susan Morrone, Nadia Epp und Peter Schürch sind für die Betreuung der Hersteller und Importeure des Handels, der Sammelstellen, der Recycler und Zerlegerbetriebe zuständig und gerne erreichbar für Ihre Fragen. Zögern Sie also nicht, die drei Musketiere in neuer Funktion auch einmal persönlich anzurufen!

«STRATEGIE 2020»

Vier Säulen auf einem soliden Fundament

Was wollen wir in den nächsten vier Jahren mit SENS erreichen? Worauf bauen wir auf? Und welches sind dabei unsere wichtigsten Grundsätze? In einem Strategieworkshop haben wir unser Fundament, die Strategie, nochmals überprüft und darauf vier tragende Säulen für unsere Zukunft gebaut.

Unsere Vision

Wir führen die Schweiz in eine nachhaltige Zukunft im Elektro- und Elektronikaltgeräterecycling.

 

Die vier Säulen unserer Strategie

Bekenntnis zur Nachhaltigkeit

SENS bekennt sich zur Nachhaltigkeit und lässt in ihr tägliches Wirken ökonomische, ökologische und soziale Überlegungen einfliessen. Wir setzen uns für die Schonung natürlicher Ressourcen und den effizienten Umgang mit Energie ein, achten auf effiziente Prozesse und nutzen Synergien, wo sie sich ergeben. Die SENS handelt als faire Arbeitgeberin und strebt langjährige, vertrauensvolle Kundenbeziehungen an. 

 

Ausrichtung der Organisation auf Kundennutzen

Die SENS ist ein System von Herstellern und Handel und wird als solches geführt. Wir finden innovative, flexible Lösungen, um die Kundenwünsche zu befriedigen. Die Prozesse sind standardisiert, für unsere Kunden werden jedoch massgeschneiderte Varianten erarbeitet. Die personellen und wirtschaftlichen Ressourcen werden so eingesetzt, dass den Bedürfnissen der Kunden entsprochen werden kann. Wir wachsen massvoll und nachhaltig. Neue Produkte und Dienstleistungen werden mit Blick auf bestehende und neue Kunden entwickelt. Wir definieren uns als Drehscheibe und Servicecenter für sämtliche Kategorien von Elektro- und Elektronikaltgeräten, die der VREG unterstellt sind. Wir setzen uns konsequent für Mischkategorien ein, um für unsere Vertragspartner den Aufwand für die Meldung und Rechnungsstellung zu reduzieren.


Fokus auf wirtschaftliches und transparentes System

Die SENS strebt ein ausgeglichenes Fondsergebnis an und ergreift geeignete Massnahmen, um dieses Ziel zu erreichen. Das bedeutet auf der einen Seite, kontinuierlich die Prozesse zu optimieren und die Kosten zu senken. Auf der anderen Seite arbeiten wir an Strategien, um Ertragslücken zu schliessen.

Wir unterstützen den Recyclingstandort Schweiz. Gleichzeitig fordern und fördern wir Transparenz in den Informations-, Material- und Finanzflüssen. SENS führt die Leistungserbringer entlang der Entsorgungskette konsequent und beweist sich als verlässliche und berechenbare Verhandlungspartnerin. Wir streben mit Partnersystemen (Stiftung Licht Recycling Schweiz [SLRS], Swico, Inobat) Möglichkeiten der Zusammenarbeit an, mit dem Ziel, Synergien zu nutzen.

 

Systematische Bearbeitung von Trends

SENS positioniert sich als Informationsplattform für Vertragspartner, Sammelstellen, Recycler und Konsumenten. Wir beurteilen aktuelle Trends (Technologietrends in den Bereichen Digital Lifestyle, Internet der Dinge, Robotik, 3-D-Druck, Nanotechnologie usw.), leiten daraus die Konsequenzen für das Recycling ab, bauen entsprechendes Wissen auf und besetzen diese Themen. Wir geben dies über verschiedene Kanäle weiter und werden so als wichtige Ansprechpartnerin für Elektroschrottrecycling wahrgenommen. Basierend auf unseren Erkenntnissen entwickeln wir als Trendsetterin neue Leistungen und Produkte und positionieren uns so bei unseren Kunden. Mit ausländischen Rücknahmesystemen pflegen wir einen regelmässigen Austausch und verfolgen aktiv die Entsorgungstrends, insbesondere in Europa.